Prof. Dr. Thomas Pleil

Interview mit Prof. Dr. Thomas Pleil

Das gab es noch nie: Vier Hochschulen und eine Stiftung richten die diesjährige DGPuK-Tagung aus. Wir haben einen der Verantwortlichen, Prof. Dr. Thomas Pleil, dazu befragt. Er ist Sprecher des Direktoriums des Institut für Kommunikation und Medien (ikum) an der Hochschule Darmstadt und leitet den neuen Studiengang Onlinekommunikation.

Was bedeutet es für Sie als Mitorganisator und Professor für Public Relations an der Hochschule Darmstadt, dass die 60. Jahrestagung der DGPuK heuer in Darmstadt stattfindet? Wie kam es überhaupt zu dieser Ehre?

Prof. Dr. Thomas Pleil: Es ist üblich, dass die Jahrestagung jedes Jahr an einer anderen Hochschule stattfindet. Normalerweise können die Organisation solch einer aufwändigen Veranstaltung nur die großen Institute stemmen. In diesem Jahr haben wir erstmals eine andere Konstellation: Die kleinen Institute sind dran – und dazu haben sich vier zusammen getan: Die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Hochschule der Medien in Stuttgart, die FH Köln und die Hochschule Darmstadt. Dass das Ganze jetzt in Darmstadt und nicht an einer anderen der beteiligten Hochschule stattfindet, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen ist Darmstadt gut erreichbar, zum anderen aber – und das ist auch ein Novum – haben wir mit der Schader-Stiftung vor Ort einen weiteren wichtigen Partner, der einen großen inhaltlichen und organisatorischen Anteil hat. Durch diese Konstellation hatten wir die Möglichkeit, dem Tagungskonzept eine eigene Handschrift zu verpassen.

Gab es etwaige Hürden, mit denen sich die Organisatoren im Vorfeld der Veranstaltung konfrontiert sahen?

Ein großes Institut mit mehreren Professoren und noch mehr Mitarbeitern tut sich sicher leichter, ein Großprojekt zu stemmen, das ein gutes Jahr Vorbereitungszeit benötigt. Insofern war es schon herausfordernd, als räumlich verteiltes Team zu arbeiten. Auch wenn das Ganze sehr intensiv war, hat mich begeistert, wie gut wir in jeder Situation zusammengearbeitet haben und vermutlich oft kürzere Entscheidungswege hatten, als innerhalb eines Hauses üblich ist. Vor Ort hatten wir zusätzlich die Schwierigkeit, dass wir nicht bei uns am Mediencampus sind, an dem wir alle Prozesse selbst in der Hand haben und mit Großveranstaltungen geübt sind. Aus logistischen Gründen hatten wir entschieden, die Tagung am Campus Darmstadt auszurichten. Hier war viel Unterstützung durch Präsidium, Verwaltung, asta, Studentenwerk und vor allem andere Fachbereiche notwendig, allein, um die Wege möglichst kurz zu halten. Jetzt hoffe ich, dass alles klappt und wir bei der Planung nichts übersehen haben.

Inwiefern empfinden Sie das Leitmotto „Verantwortung – Gerechtigkeit – Öffentlichkeit“ als relevant für die Zukunft der Publizistik und Kommunikationswissenschaften?

Ich halte die angesprochenen Fragen für ganz zentral. Und dies meine ich nicht, weil diese Themen schon immer irgendwie relevant sind, sondern weil wir uns in gewaltigen Umbrüchen befinden: Die Mediennutzung und damit verbunden die Medienlandschaft befinden sich in gewaltigen Veränderungen. Und diese betreffen nicht nur ökonomische Fragen, sondern gehen viel weiter ins Grundsätzliche. Da stecken auch viele politische Fragen drin: Es geht auch um den Auftrag der Medien, die das Grundgesetz formuliert. Allein die teils in einer breiteren Öffentlichkeit oder von speziellen Gruppen formulierten Vorwürfe zur (Nicht-)Berichterstattung zu großen politischen Themen oder zu Katastrophen zeigen aus meiner Sicht den großen Diskussionsbedarf. Gleichzeitig verschieben sich auch zwischen Systemen die Gewichte: Für mich als PR-Forscher ist natürlich auch sehr spannend, wohin die Bemühungen von Organisationen führen, immer mehr eigene publizistische Formate zu entwickeln und welche Verantwortung ihnen damit erwächst.

Eine persönliche Frage: Auf was freuen Sie sich am meisten?

Am meisten freut mich, wenn organisatorisch alles reibungslos läuft und die Teilnehmenden für sich so viel mitnehmen, dass sie sagen: Das hat sich gelohnt. Und wenn Sie sich mit Ihrer Frage auf einen Tagungsordnungspunkt beziehen, muss ich ganz ehrlich gestehen: Auf die Helferparty nach einer hoffentlich gelungenen Tagung …

Vielen Dank für das Gespräch! CHRISTOPH RÜPPEL

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